Wissen
Cloud und Cloud Computing in der Produktion
Cloud Computing heißt, dass Daten und Programme nicht mehr auf dem Rechner nebenan liegen, sondern in einem virtuellen Raum auf entfernten Servern — abrufbar von überall, wo ein Gerät Internetzugang hat. Für die Produktion ist die spannendere Frage, wie die Daten dort hinkommen und wieder zurück.
Der Nutzen
Was der Weg in die Cloud im Werk bringt
Vier Dinge werden in der Praxis genannt: weniger Investition in eigene IT-Infrastruktur vor Ort, Schonung der lokalen Rechenressourcen, mehr Produktivität und Geschwindigkeit, und — je nach Ausgangslage — bessere Performance und Sicherheit als beim gewachsenen Serverraum.
Der eigentliche Unterschied ist aber die Erreichbarkeit: Solange ein Gerät Internetzugang hat, hat es auch Zugang zu den Daten und zu den Programmen, die sie verarbeiten. Ein Schichtleiter sieht dieselbe Zahl wie die Geschäftsführung, und beide sehen sie dort, wo sie gerade sind.
Zwei Modelle
Ganz in die Cloud oder hybrid
Die vollständige Cloud-Lösung legt alles nach außen. Das Hybridmodell kombiniert lokale oder private Server mit Cloud-Systemen — in der Industrie der häufigere Fall, weil manche Daten das Werk nicht verlassen sollen und manche Anlage keine durchgehende Verbindung hat.
connubes trägt beide Modelle, ohne dass die Konfiguration eine andere wäre. Das ist kein Zufall: Die Entscheidung fällt selten einmal und endgültig, sondern wandert über die Jahre.
Beide Richtungen, nicht nur hinauf
„Daten in die Cloud“ ist die halbe Aufgabe. Genauso wichtig ist der Rückweg: Aufträge aus dem Cloud-ERP an die Linie, Sollwerte an die Steuerung, Rückmeldungen an den Leitstand. Eine Anbindung, die nur sendet, erzeugt Auswertungen — aber verändert nichts in der Produktion.
Anbindung
Womit die Produktion an der Cloud hängt
connubes verbindet Produktionssysteme über modulare, kombinierbare Plug-ins mit der Cloud. Welches davon das richtige ist, entscheidet das Zielsystem — nicht die Software.
Der Rückweg gehört dazu: Aufträge und Sollwerte laufen denselben Datenweg zurück an die Anlage.
| Plug-in | Wofür es in der Cloud-Anbindung steht |
|---|---|
| MQTT-Client | Leichtgewichtig, auch über unzuverlässige Verbindungen — der übliche Weg in IoT-Plattformen |
| REST-API | Der Standardzugang zu modernen Cloud-Diensten und Webanwendungen |
| OPC UA Client und Server | Die Brücke zur Anlage, in beiden Rollen |
| Apache Kafka | Ereignisströme in größeren Datenarchitekturen |
| InfluxDB | Zeitreihen, wie sie bei laufender Messung entstehen |
| Netzwerk-Dateizugriff | Für Systeme, die Daten nur als Datei ablegen |
In der Praxis trifft man dabei auf Siemens MindSphere IoT, Amazon AWS, Microsoft Azure IoT Hub, Google IoT Core, IBM Watson IoT Platform oder Ewon HMS Flexy über Talk2M. Die vollständige Liste aller Anbindungen steht unter Konnektoren.
Häufige Fragen
Kurz beantwortet
Muss ich meine Produktionsdaten dafür aus dem Haus geben?
Nein. Das Hybridmodell kombiniert lokale oder private Server mit Cloud-Systemen — Sie entscheiden je Datenfluss, was hinausgeht und was im Werk bleibt.
Läuft connubes selbst in der Cloud?
Ja, plattformunabhängig unter Windows, in Docker oder in Kubernetes. Ebenso läuft es auf einem Rechner im Werk, wenn die Anlage keine durchgehende Verbindung nach außen hat.
Was passiert, wenn die Verbindung abreißt?
Dafür gibt es das Add-on Store & Forward: Die Werte werden zwischengespeichert und nachgeliefert, sobald die Verbindung wieder steht — ohne Lücke in der Messreihe.
Gehen Daten auch aus der Cloud zurück an die Anlage?
Ja. Aufträge, Sollwerte und Rezepte laufen denselben Weg zurück. Genau das unterscheidet eine Anbindung von einem reinen Datenexport.
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